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Die Geschichte unserer Ordination (Text: Gunter Krainhöfner)

Zahn-Atelier, Lainzer Strasse 141
Zahn-Atelier, Lainzer Strasse 141 Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!!!

Seit dem Jahr 1913, als das Haus gebaut wurde besteht hier eine zahnärztliche Ordination. Das Bild des Lainzer Platzels stammt etwa aus dem Jahr 1938 als mein Vater die Ordination übernahm. Deutlich sieht man das Schild „ZAHNATELIER“, das später entfernt werden musste und in der Kriegszeit klein geschnitten die Ordination in einem „Sparöferl“, das auf einem Schemel neben dem Behandlungsstuhl stand, notdürftig erwärmte. Den Rauchabzug besorgte ein langes Rohr, das in der Oberlichte ins Freie führte. Das Schild war übrigens für viele Patienten der Anlass meinen Vater als „Herr Atelier“ anzusprechen.

Auf dem Bild sieht man auch das Kaffee Lainzerhof und davor die sagenumwobene Linde, an der einst das Schild Karl des Großen lehnte. Im Nebenhaus die Apotheke „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ des Magister Mlady und später seiner Tochter, die nach dem Krieg einen Aufsehen erregenden eleganten „Horch“ fuhr. Der Lateiner wird an die Übersetzung „Audi“ denken. Der Herr Apotheker war, wie schon Moliere und Goldoni beschrieben haben, recht sparsam und wollte von meinem Vater auf den Plomben immer ein „Hügerl“, dass sie sich nicht so schnell abkauten.

Aber zurück zum Haus: Der Hausherr war Herr Winkler der auch das Delikatessengeschäft in unserem Haus betrieb. Später wurde es eine Filiale der Firma Kunz, einer Meinl-Tochter. Heute werkt hier ein Optiker. Das heutige Papiergeschäft (und Buchhandlung) Dana führte Herr Ing. Haslauer, der immer einen grauen Arbeitsmantel trug, nach frisch gespitztem Bleistift roch und mit seiner Frau und zwei Kindern im 1. Stock wohnte. Auch heute noch wohnt ein Ing. Haslauer mit seiner Familie im Haus, der aber nicht mit den Papier-Haslauers verwandt ist. Seine Vormieterin war Frau Wurlitzer, eine liebe, schwindelfreie Frau; zu unserem Entsetzen putzte sie wöchentlich ihre Fenster und stand dabei ohne jede Sicherung auf dem Fensterbrett und beugte sich fröhlich singend über den Abgrund.

In der Nachbarwohnung wohnte die Schneidermeisterswitwe Ottich mit ihrer Tochter Anni. Sie sprach kaum Deutsch, konnte nur Tschechisch lesen und hielt sich mit kleinen Schneiderarbeiten über Wasser. Ihre Tochter wurde Lehrerin und ihr Enkel vertritt die Republik Österreich als Botschafter. Soweit zum „Fremdenproblem“!

Lainzer Platzl, Film Endstation
Lainzer Platzl, Film EndstationLainzer Platzl und Kaffee Lainzerhof (rechts). Film "Endstation"

Bereits im Jahr der Erbauung 1913 wurde in dem Haus Lainzerstraße 141 eine zahnärztliche Ordination eingerichtet. Sie bestand aus einem Ordinationszimmer, einer Technik und einem Wartezimmer. Der Betreiber der Ordination war Johann Krynitz, ein so genannter „befugter Zahntechniker“. Befugte Zahntechniker waren Personen die nach einer 4-jährigen Lehrzeit und einer 6jährigen Gehilfenzeit eine staatliche Prüfung abgelegt hatten, die zu zahnmedizinischen Tätigkeiten berechtigte.

1936 verstarb Krynitz und seine Witwe verpachtete die Ordination an den befugten Zahntechniker N.N. Hutterer. Dieser übersiedelte 1938, drei Wochen vor dem deutschen Einmarsch, unter der Hinterlassung von einigen Schulden zu seinem Bruder in die Vereinigten Staaten. Im April 1938 pachtete mein Vater Dentist Franz Krainhöfner die Ordination und übernahm ein halbes Jahr später die alleinige Inhaberschaft. Ordinationen standen zu dieser Zeit massenhaft frei, denn etwa die Hälfte der Zahnärzte und ein Drittel der befugten Zahntechniker waren jüdischer Abstammung. Offenbar verfügten sie über entsprechende Mittel um das Land rechtzeitig zu verlassen. Jedenfalls war es mir im Rahmen einer Dokumentation nicht möglich einen österreichischen Zahnarzt oder Dentisten zu finden, der in einem Vernichtungslager zu Tode kam. Auch die neu entstandene zahnmedizinische Klinik in Wien hatte ein ähnliches Problem und musste auf einen emigrierten Zahnarzt als Namenspatron zurückgreifen.

Franz und Gunter Krainhoefner

Nach der Pensionierung meines Vaters übernahm ich im März 1963 die Ordination.

Im September 2005 habe ich mich aus der Praxis zurückgezogen und genieße den Ruhestand. Nunmehr führt Stefanie Krainhöfner, die Gattin meines Großneffen Martin die Praxis sehr erfolgreich weiter.

N. Krynitz .................. Befugter Zahntechniker
N. Hutterer ................ Befugter Zahntechniker bis 1938
Franz Krainhöfner ...... Dentist 1938 – 1963
Gunter Krainhöfner .... Dentist 1963 – 2005

Alter Film: "Endstation" mit Hans Moser und Paul Hörbiger.